10 Jahre Utøya – Kein Vergeben, kein Vergessen!

Vor 10 Jahren, am 22. Juli 2011, tötete ein Neonazi mit einem Bombenanschlag im Osloer Regierungsviertel 8 Menschen und erschoss auf Utøya 69 weitere junge Menschen, die an einem Sommercamp der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei (AUF) teilnahmen. Wir sind heute in Gedanken bei den Ermordeten, ihren Angehörigen und Freund*innen sowie den Überlebenden.

Am 5. Jahrestag der Anschläge in Norwegen, am 22. Juli 2016, erschoss ein rechter Täter im Münchner Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) 9 Menschen, die als vermeintliche Migrant*innen nicht in sein rechtes Weltbild passten. Weitere Menschen wurden schwer verletzt. Obwohl der Täter, ebenso wie der Täter von Oslo und Utøya, sein menschenverachtendes Weltbild in einem rassistischen Manifest darlegte und den Jahrestag der Anschläge von Norwegen für seine Tat auswählte, dauerte es Jahre, bis die Tat auch seitens der Ermittlungsbehörden als rechter Terror anerkannt wurde.

Oslo, Utøya, München, Charlottesville, Halle und Hanau sind nur einige wenige Beispiele von Städten und Orten, an denen Neonazis töteten. Die Liste ließe sich ewig weiterführen. Während der Staat rechten Terror systematisch verharmlost und als „Einzelfälle“ bagatellisiert oder als Taten „psychisch kranker Menschen“ deklariert, wissen wir, dass rechter Terror nicht im luftleeren Raum entsteht. Selbst wenn Täter*innen alleine handeln, so handeln sie nicht einzeln. Sie verfügen über Netzwerke und haben Unterstützer*innen. Unterstützung erhalten rechte Täter*innen nicht nur materiell, durch die Verfügungstellung von Waffen und Infrastruktur, sondern auch ideologisch. Ihre rassistischen und faschistischen Motive sind tief in der Gesellschaft verankert und finden in rechten Kreisen Zuspruch, parlamentarisch vertreten von AfD und Co. Ihre Taten finden Nachahmer*innen.

Wir sind heute in Gedanken bei den Ermordeten, ihren Angehörigen und Freund*innen sowie den Überlebenden.
Faschismus und Rassismus, ob auf der Straße oder in den Parlamenten, muss genauso wie rechter Terror an seinen Wurzeln bekämpft werden. Solidarisch, Offensiv und Konsequent.

Kein Vergeben, kein Vergessen – Antifa United!